Letzter Einsatz

21. September 2017 - 18:41 Uhr

BE: Brennt Baum

Heidkamp, Nienhagen

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Die Geschichte unserer Feuerwehr befindet sich zur Zeit noch in Bearbeitung, dies ist nur ein Auszug und hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Richtigkeit !!!

Die Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr in Nienhagen beginnt im Jahr 1933. Es gab zwar bereits seit etwa 1827 eine Pflichtfeuerwehr in Nienhagen, dies sei hier jedoch nur am Rande erwähnt.

Die Gründung:

Am Abend des 29.September 1933 brach gegen 22 Uhr auf dem Hache-Hof ein Feuer aus.
Die Wathlinger Freiwillige Feuerwehr in Uniform mit einer modernen Mototrspritze und die Nienhäger Pflichtfeuerwehr, nur durch rote Armbinden als Feuerwehr zu erkennen, ausgerüstet mit ihrer alten im Verhältnis leistungsschwachen Kolbenpumpenspritze, bekämpften gemeinsam Seite an Seite das Feuer. Zwar brannte der Dachstuhl des Wohnhauses und die Scheune nieder, dafür konnten aber die Nebengebäude und das Vieh gerettet werden.

Nach dem Einsatz muss den Nienhägern die Überlegenheit der Wathlinger Wehr bewusst geworden sein. Zweifellos wurden auch Erklärungsmöglichkeiten für die Schlagkraft der Wathlinger Feuerwehr diskutiert. Jedenfalls zog man für die eigene Situation Konsequenzen und gründete in Nienhagen eine Freiwillige Feuerwehr.

Am 22. Oktober 1933 hatte die politische Gemeinde eine Versammlung des ganzen Dorfes wegen der beabsichtigten Gründung einer freiwilligen Feuerwehr einberufen. Nach längerer Aussprache über dieses Vorhaben meldeten sich 40 Männer als aktive Mitglieder, die der neuen freiwilligen Feuerwehr sofort beitraten. Als Führer der Wehr wurde Karl Beckmann, Hausnummer 34, gewählt, nicht zuletzt deshalb, weil er bereits einen Kursus auf der Feuerwehrschule Celle absolviert und damit die nötigen theoretischen Kenntnisse hatte.

Damit war die „Freiwillige Feuerwehr Nienhagen“ gegründet. Drei Tage später fand die erste Mitgliederversammlung statt. Die Satzung wurde dann bis zum 28. Oktober von 43 aktiven Mitgliedern unterschrieben.

Die Pflichtfeuerwehr existierte fortan nur noch auf dem Papier. Die alte Handdruckspritze wurde ausgemustert und statt dessen im November 1933 eine Kobe Motorspritze und ein gebrauchter Hansa-Loyd Lastwagen ( 2,5 Tonnen Schnellastwagen ) mit einem elektrischen Scheibenwischer und Sitzplätze für 17 Mann , letztere zu einem Preis von 1.040 Mark, sowie ein Schaumlöschgerät mit Kometrohr für die freiwillige Feuerwehr gekauft. Gleichzeitig wurde die Anschaffung von Uniformröcken und der Bau eines neuen Gerätehauses beschlossen. Das erbaute Spritzenhaus wurde am 24. Juni 1934 durch den Landrat eingeweiht und auch alle neu beschafften Geräte wurden in Dienst gestellt und an die Gemeinde übergeben. Die Motorspritze ist auch heute noch im Besitz der Feuerwehr Nienhagen.

Wenige Monate nach der Gründung hatte die Wehr Gelegenheit sich zu bewähren. Durch den Brand der Bohrung Nienhagen 22 an der Langerbeinstraße entstand nämlich am 29.September 1934 der größte Erdölgroßbrand überhaupt in Deutschland. Die Flammen sollen 50 Meter hoch gewesen sein, und kilometerweit konnte man die schwarzen Rauchwolken über Nienhagen sehen.  An weiteren Ereignissen des Jahres 1935 verzeichnet das Protokollbuch der freiwilligen Feuerwehr einen kleinen Erdölbrand bei der „Itag“ Aus Zeitungsberichten ist zu entnehmen, dass es zu zwei weiteren kleineren Ölbränden an der Bohrung EH 69 und der Bohrung E 57 kam.

Die Feuerwehr Nienhagen während des zweiten Weltkrieges:

1939 wurde auch die freiwillige Feuerwehr als Hilfspolizeitruppen dem Reichsführer der SS unterstellt. Durch das Verbot von Protokollen wurden erst 1954 wieder schriftliche Aufzeichnungen angefertigt. Bekannt ist dennoch, dass die Feuerwehr Nienhagen in den ersten zwei Kriegsjahren nach nächtlichen Angriffen auf die Erdölindustrie ausrücken musste. Am 10. Februar 1941 wurde einer der beiden Öltanks auf dem „Wintershall“ Betriebsgelände von Brandbomben getroffen, so dass seine Tarnverkleidung Feuer fing  und abgelöscht werden musste.

1942 wurde im Februar im Gemeinderat die Anschaffung eines modernen Löschfahrzeuges 15 mit Platz für neun Männer beschlossen, nachdem der Gemeinde nahegelegt wurde sich um die Zuteilung dieses Fahrzeuges zu bemühen. Nachdem es zu Auslieferung gekommen war, musste es bis zum Kriegsende zu Löscheinsätzen in die stark bombardierte Stadt Hannover.

Nach Kriegsende benutzten zunächst ausländische Arbeitskräfte das 1942 in Dienst gestellte Feuerwehrfahrzeug für ihre Heimreise. Schon in Hänigsen blieben die Zurückreisenden schon mit Motorschaden liegen, so dass das Fahrzeug geborgen werden konnte und Nienhagen erhalten blieb. Die Nachkriegsverhältnisse waren nicht einfach. Alles, was außerhalb der Reihe war, mussten die Feuerwehrkameraden gesondert bei der Militärbehörde beantragen. Die nächtlichen Patrouillengänge von Angehörigen der freiwilligen Feuerwehr fielen zum Beispiel hierunter.

An neues Ausrüstungsgerät für die Feuerwehr war lange Zeit überhaupt nicht zu denken.

Die Nachkriegszeit:

Noch im Jahr 1945, gleich nach dem Zusammenbruch und in einem heillosen Durcheinander, begann es sich in der Feuerwehr dennoch zu regen: Man fasste wieder Tritt. - Aus der sogenannten Feuerlöschpolizei wurde wieder die Freiwillige Feuerwehr, wenn auch mit der englischen Bezeichnung "Civil Fire Service" an den Schutzhelmen. Niedersachsen gehörte zur englischen Besatzungszone, und die Militärregierung hatte auch hier die Aufsicht übernommen. So begann Karl Beckmann als Wehrführer und Carl Langerbein als Stellvertreter mit dem Wiederaufbau, unterstützt von allen Kammeraden. Durch den Beitritt jüngerer Mitglieder verstärkte sich die Wehr zusehens.

Da unser Löschfahrzeug den Krieg überstanden hat, übernahm die Wehr auch den Brandschutz für die Orte Adelheidsdorf und Großmoor im Rahmen eines neugebildeten Feuerlöschverbandes, denn deren beiden Wehren fehlte, durch den Krieg hervorgerufen, fast sämtliche Ausrüstung.

1953 erhielt die freiwillige Feuerwehr ein neues Tanklöschfahrzeug ( TLF ) 16. Es gehörte zu den ersten fünf Fahrzeugen im Landkreis. Es war ein Magirus-Allradantrieb-Fahrzeug mit 130 PS und 6-Zylinder Dieselmotor. Das Fahrzeug kostete mit rund 47.000 Mark soviel wie ein zur gleichen Zeit erbautes Einfamilienhaus. Ein Jahr vorher hatte man die alte Handdruckspritze am 13. Juni öffentlich zum Endpreis von 250 Mark versteigert. Mit diesem Löschfahrzeug besaß die Feuerwehr nunmehr drei Löschfahrzeuge, darunter das Feuerlöschfahrzeug Bj. 1942 mit einer Pumpenleistung von 1.500 Litern, und einen Opel Super 6, den Schmiedemeister Schulz Ende der 40er, Anfang der 50er Jahre zu einem Mannschaftswagen mit einem Tragkraftspritzenanhänger ( TSA ) 8 umgebaut hatte. Dieses Fahrzeug wurde 1956 ausgemustert.

Für den sich ständig vergrößernden Fahrzeugpark der Nienhäger Wehr war das alte Feuerwehrgerätehaus von 1934 längst zu klein geworden. Besonders augenscheinlich wurde dieser Zustand beim 1953 angeschafften TLF 16, das nicht mehr durch die Tore des Gerätehauses passte, so dass es bei jedem Wetter auf dem Vorplatz stehen musste.

Der Bau eines neuen Feuerwehrgerätehauses wurde deshalb unbedingt erforderlich. Das neue Gerätehaus fand nun einen Platz in der Bahnhofstraße 6. Die Bauarbeiten begannen im Sommer 1956 und am 19. November 1957 wurde das Haus eingeweiht wo man die Freiwillige Feuerwehr Nienhagen auch heute noch findet.

Die Nienhäger Wehr gehörte in den 50er Jahren zu den bestausgerüsteten und leistungsfähigen Feuerwehren des Landkreises. Nur Celle und Bergen hatten ein ähnlich modernes Tanklöschfahrzeug zugewiesen bekommen.

Im Januar 1974 kam dann ein Sonderfahrzeug Tro TLF 16 ( Trocken-Tanklöschfahrzeug mit einer Pumpenleistung von 1.600 Liter, dazu im Tank 2000 Liter Wasser und im Trockenbehälter 750 kg Löschpluver. Es handelte sich hierbei um ein sehr modernes Fahrzeug, dass sich besonders zum Bekämpfen von Flüssigkeitsbränden eignet.1979 wurde für den „alten Veteran“ von 1953, der in der Waldbarndkatastrophe von 1975 und andere Großbrände mitgemacht hatte, ein neues TLF 16 am 26. Oktober für rund 181.000 Mark in Dienst gestellt. An Einsatzfahrzeugen standen jetzt der Wehr zur Verfügung:

Ein TRO TLF, Ein LF 16 ( im Dienst seit 1962 als Ersatz für das alte LF 16 ), Ein Ford Kommandowagen ( im Dienst von 1966 bis 1989 ), ein TSA und das neue Fahrzeug TLF16.

Im Jahr 1984 wurde dann ein Gerätewagen mit Zusatzbeladung ( GW-Z ) beschafft welches für die Technische Hilfeleistung besonders bei Verkehrsunfällen ausrückt. Es ist aber auch ein Bestandteil des Gefahrgutzuges der Samtgemeinde Wathlingen ( CSA-Zug ).

Im Jahre 1977 wurde die Wehr mit einem Hilfeleistungssatz ausgerüstet und seither mehrfach eingesetzt, dieser befindet sich nun auf dem GW-Z. Dieser Satz wurde aber im Jahr 2007 neubeschafft, und noch durch einen Pedalschneider erweitert. Da es sich nun um eine Triplex Hydraulikpumpe handelt können die Einsatzkräfte vor Ort nun mit Schere, Spreizer und Sondergerät zugleich arbeiten.

1992 wurde ein Betrag von 350.000 Mark von der Samtgemeinde Wathlingen vorgesehen für die Beschaffung eines neuen LF 16, wobei das LF 16 im Gebiet der Samtgemeinde Wathlingen das einzige sein wird. Im Rahmen einer kleinen Feier wurde dieses angekündigte Fahrzeug am 11. September in Dienst gestellt. Das ausgemusterte Vorgängerfahrzeug „Miss Elly“ aus dem Jahre 1962 soll den Ort nicht verlassen und wird von einem Förderkreis ehemaliger Feuerwehrleute zukünftig für Ausstellungen oder auch Umzügen der Gemeinde bereitgehalten.

Im April 2003 kam dann ein TLF 16/25 von der Fa. Rosenbauer / Metz FGL welches das TRO TLF ersetzte welches das einzige im Landkreis Celle war. Nur die Stadt Celle verfügt noch über solch ein Fahrzeug. Auch das TLF 16/25 ist Bestandteil des CSA-Zuges. Die Besonderheit dieses Fahrzeuges ist die Gruppenbesatzung mit 4 Pressluftatmern im Mannschaftsraum.

Im Jahr 2005 wurde dann der Mannschaftstransportwagen ( MTW ) VW T4 ( 1990 - 2005 ) durch einen Mercedes Vito ersetzt. Dieses Fahrzeug wird in der Feuerwehr Nienhagen als ELW verwendet und ist auch Führungsfahrzeug des 5. Zuges der Kreisfeuerwehr Bereitschaft.

Seit nun 40 Jahren pflegen die Aktiven eine Patenschaft mit der Feuerwehr in Fallersleben. Davon profitieren auch unsere Jugendlichen. Die größte Veranstaltung ist das Jugendzeltlager in Bokensdorf ( LK Gifhorn ). Weitere Veranstaltungen sind selbstverständlich in den letzten Jahren die Fahrradtour, die immer beliebter wurde. Sie findet abwechselnd in Fallersleben und in Nienhagen statt. An der Radtour 2002 haben über 50 Teilnehmer in Fallersleben viel Freude gehabt.

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